DIE ANZEIGE, DIE GESTEHT
Fall Apolozan · EFRE-Betrug (Bilbao / Alicante / EU)
Sieben Wochen nach dem Rückzahlungsbeschluss machten die Förderer des Vorgangs den Zug, der das ganze Spielbrett veränderte: am 29. April 2014 erstatteten Fernando Carcedo und Cándido Iriarte in Bilbao Strafanzeige gegen Claudiu Apolozan (A.8; Original in DOC-0172). Die Männer, die das Projekt anwarben, den Antrag bearbeiteten und die Unterlagen unterzeichneten, wurden, verfahrensrechtlich, zu Opfern. Und der Eigentümer der Software zum Angeklagten.
Aber die Anzeige enthält einen Satz, den ihre Verfasser niemals hätten schreiben dürfen. Bei der Schilderung des Sachverhalts sagt der Text — wörtlich —, dass „Herr Fernando Carcedo Sedano im Namen und für Rechnung der Gesellschaft … bei der Baskischen Regierung die Aufnahme beantragte …“. Das heißt: das Dokument, das Apolozan die betrügerische Geschäftsführung vorwirft, beginnt damit anzuerkennen, dass die Geschäftsführung vom Anzeigeerstatter besorgt wurde.
Im Verfahrensrecht hat dies einen Fachnamen — ein eingebettetes Geständnis —, doch der Fachausdruck wird nicht gebraucht, um seine Tragweite zu erfassen: das Gründungselement des gesamten Strafverfahrens trägt seit dem ersten Tag in sich den entlastenden Beweis für den Angeklagten und den belastenden Beweis gegen diejenigen, die ihn anzeigten. Er war da während der ganzen Ermittlung, der ganzen Hauptverhandlung und der ganzen Verurteilung. Man musste ihn nur lesen.
Akte des Falls EuroFraud · jede Aussage verweist auf ihr Dokument (A.X / DOC-XXXX). Material mit Beweisanspruch; jede genannte Person gilt als unschuldig.